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Neue Grundsätze für die Behandlung von Kundenaufträgen - Wohlverhaltensregelungen
Die Neufassung der Wohlverhaltensregelungen nach Artikel 19 Abschnitt 2 der Richtlinie 2004/39/EG besagen, dass eine Wertpapierfirma bei der Erbringung von Wertpapierdienstleistungen und/oder gegebenenfalls Nebendienstleistungen für ihre Kunden ehrlich, redlich und professionell im bestmöglichen Interesse ihrer Kunden handeln muss.
Ausrichtung des Handelsbetriebs – Best Execution
Das heisst konkret, das Finanzdienstleister sorgfältig wählen müssen, welche
Handelsplätze und Abwicklungswege geeignet sind und somit dem Kundenwunsch am
Besten entsprechen können.
Das heisst auch, für die Ausführung der erforderlichen Parameter (Kurs, Kosten,
Schnelligkeit, Wahrscheinlichkeit der Ausführung und Abrechung, Umfang, Art und
alle sonstigen relevanten Aspekte) muss ein Verfahren gefunden werden, um ein
bestmögliches Ergebnis erzielen zu können. Unternehmen müssen hier Ihre eigene
„Best Execution Policy“ erarbeiten, implementieren, offen legen und die regelkonforme
Ausführung sicherstellen.
Massnahmen zur Kundeninformation und -klassifikation
MiFID sieht eine Vielzahl von Pflichtinformationen für Kunden vor und differenziert hinsichtlich der Professionalität des Anlegers. So müssen Banken in Zukunft die Anforderungen zur Klassifikation nach Kleinanlegern, professionellen Kunden und der geeigneten Gegenpartei berücksichtigen. Dem Kunden werden hier Entscheidungsspielräume eingeräumt, z.B.: können professionelle Kunden auf Wunsch auch ein höheres Schutzniveau geniessen. Unternehmen sind also gefordert, Ihre Verfahren, internen Richtlinien, Vertragsdokumentationen und Marketinginhalte auf diese flexiblen Differenzierungen anzupassen.
Cross Border Business – MiFID als Chance begreifen
Es steht ausser Frage, dass die Umsetzung der MiFID Anforderungen Kosten in beträchtlichem Masse, insbesondere in Prozesse und Systeme nach sich zieht. Andererseits zielt die EU mit der Richtlinie auch darauf ab, den Wettbewerb in der EU zu harmonisieren und eröffnet durch den Zugewinn an Rechten bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen im Wertpapierbereich und der Anlageberatung strategische Handlungsspielräume. Durch den Wegfall des Börsenzwangs liegen Chancen darin, Aktiengeschäfte nicht nur über organisierte Märkte (Börsen), sondern als „systematischer Internalisierer“ oder als Betreiber eines multilateralen Handelssystems (multilateral trading facility – MTF) auszuführen.
