Der deutsche Handel verzeichnet im internationalen Vergleich seit Jahren unterdurchschnittliche Erträge.
Artikel
SB-Warenhaus zwischen Auslauf- und Zukunftsmodell
Das Erfolgsmodell SB-Warenhaus scheint Geschichte zu sein – oder gibt es Anzeichen die auf eine Überlebensfähigkeit hoffen lassen.
Studie
2016 The Future Value Chain
The report is intended to encourage debate and dialogue on the forces and trends that will shape the future.
Die Gründe dafür sind einerseits strukturelle Probleme wie das Überangebot an Verkaufsflächen und andererseits die schwache Nachfrageentwicklung: Im Jahr 2002 verzeichnete die Branche sogar erstmals einen realen Umsatzrückgang – um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In den deutschsprachigen Nachbarländern sah es ähnlich aus. Die Einführung des Euros belastete die Händler in Österreich und Deutschland zusätzlich: Viele Konsumenten hatten Schwierigkeiten, die Preise in der neuen Währung einzuschätzen und reagierten mit Zurückhaltung beim Kauf. Die Schweiz hatte zwar mit der Euroumstellung nichts zu tun, erlebte aber den harten Wettbewerb zwischen den Formaten ebenso, wie die Nachbarländer. Die Gewinner in allen zentraleuropäischen Ländern waren die Discounter und – mit Abstrichen – der Versandhandel. Aufgrund der Situation im Inland wachsen die meisten Unternehmen der Branche nur noch durch internationale Expansion – der Favorit unter den Zielmärkten heisst China.
Zuerst die Hausaufgaben
Um die Mittel für diese Expansion und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erarbeiten, müssen die Händler die Ertragskraft im Inland stärken. Die Erfolgreichen unter ihnen haben ihre Marke am Point of Sales profiliert, eine hohe Kundenbindung aufgebaut und die Flächenproduktivität gesteigert. Voraussetzungen dafür sind eine konsistente Preispolitik, optimale Kostenstrukturen und – mit steigender Grösse der Filialen – ein hoher Grad an unternehmerischem Handeln an jedem Standort. Aber wie lassen sich die Ausgaben weiter senken? In vielen Filialen können die Prozesse weiter verbessert werden. Integrierte Informations- und Logistikketten, die sich nahtlos in die Abläufe der Lieferanten einfügen, sparen ebenfalls Geld ein. Und last but not least haben die meisten Unternehmen noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft, die die bereits getätigten Investitionen in die IT tatsächlich in sich bergen.
