Deregulierung in der Energiebranche

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Energiebranche sieht Deregulierung positiv
Geeignete Standorte und zukünftige Energiepreise haben in der Schweiz grössten Einfluss auf Investitionsentscheidungen

Paris/Zürich, 16. Juni 2004  
  
Ein optimistisches Zwischenresümee bei den Bemühungen um Deregulierung der internationalen Energiemärkte ziehen die Anbieter von Strom und von Gas weltweit: 53 Prozent sehen die Entwicklung als positiv oder gar sehr positiv, 37 Prozent sind der Meinung, dass sich positive und negative Auswirkungen die Waage halten und lediglich zehn Prozent sind besorgt. In Frankreich, wo zum 1. Juli die weitgehende Öffnung des Strommarktes erst noch ansteht, sind die Äusserungen positiver als im weltweiten Durchschnitt, während Italien und die Benelux Staaten skeptischer sind. Auch wenn die Deregulierung in der Schweiz im Jahr 2002 abgelehnt wurde, betrachten die Unternehmen die weltweiten Deregulierungsaktivitäten positiv, bleiben aber in der Mehrheit neutral. Alle Zahlen beruhen auf einer jährlich herausgegebenen Untersuchung der Management- und IT-Beratung Capgemini. Die Datenbasis resultiert aus mehr als 130 Befragungen von Energieexperten in überwiegend Top-Managementfunktionen in zwanzig Ländern.

Weltweit Unsicherheit über zukünftige Investitionen

Auch wenn die Blackouts des vergangenen Jahres in den USA und Europa nicht vordergründig ein Problem der Energiekapazitäten waren, so waren sie doch ein Weckruf im Markt hinsichtlich der zukünftigen Energieversorgung. Die befragten Energieerzeuger sind zu mehr als der Hälfte (55 Prozent) unsicher darüber, wer die zukünftigen Anforderungen an Erzeugerkapazitäten festlegt. Dabei haben vor allem regulatorische bzw. politische Massnahmen einen deutlichen Einfluss auf künftige Investitionsentscheidungen, gefolgt von der Unsicherheit über künftige Preise und der Umweltgesetzgebung. Die Schweizer Befragten nennen die Verfügbarkeit geeigneter Standorte sowie die Unsicherheit bezüglich der künftigen Preise als wichtigste Punkte bei Investitionsentscheidungen.

Sinkende Preise für Privatkunden erwartet

In der Schweiz gehen die Unternehmen in den nächsten zwei Jahren – auch ohne Deregulierung des heimischen Marktes – von sinkenden Preisen für Privatkunden aus. Grosskunden hingegen dürfen steigende Kosten für Energie erwarten, genauso wie Grosshandelspreise gerade in der Spitze steigen.

Strom- und Gasmärkte bleiben fest in der Hand der etablierten Betreiber

Das Ziel der Deregulierung war es, die Zahl der Anbieter im Markt und damit als Folge auch den Wettbewerb zu steigern. Die befragten Händler und Erzeuger glauben jedoch nicht an einen in naher Zukunft stark fragmentierten Markt mit einer Vielzahl von Anbietern unter denen der Kunde wählen kann. Unisono gehen rund 60 Prozent der Befragten in beiden Gruppen in zwei Jahren von zwischen vier und sechs relevanten Wettbewerbern auf einem Markt aus. Langfristig sehen sie wieder eine Konzentration. Damit einher geht auch die Aussage, dass 85 Prozent der befragten Unternehmen und Institutionen von deutlich weniger neuen Marktteilnehmern ausgehen als vor der Deregulierung ursprünglich erhofft. Als Grund sehen sie in erster Linie die Vorteile der etablierten Energieversorger in Form von guten bestehenden Kontakten im Markt, deren Grösse und Markt Know-how. Aber auch das Risiko mit grossen Mengen an Energie in einem volatilen Markt arbeiten zu müssen, stellt für neue Anbieter eine Markteintrittsschranke dar.

Über die Capgemini-Gruppe

Capgemini ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie sowie Outsourcing. Das Unternehmen mit europäischem Ursprung berät Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien sowie dem Einsatz neuer Technologien. Capgemini wendet dabei eine neue Form der Zusammenarbeit an: Collaborative Business Experience. Grundlage ist die Verpflichtung von Dienstleister und Kunde zu gemeinsamem Erfolg und das Erreichen messbaren Mehrwerts auf Basis enger Zusammenarbeit. Capgemini beschäftigt derzeit weltweit rund 55.000 Mitarbeiter und erzielte 2003 einen Umsatz von 5,754 Milliarden Euro.

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