World Retail Banking Report 2005

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Studie

World Retail Banking Report 2005

A Joint Research Report from EFMA, Capgemini and ING.

Erhebliches Gebührengefälle bei Bankdienstleistungen - Deutschland deutlich teurer als der weltweite Durchschnitt/Schweiz mit Abstand am teuersten

Zürich, 5. April 2005

Die Gebühren für alltägliche Bankdienstleistungen reichen bei landestypischem Nutzerverhalten von 25 Euro pro Jahr in den Niederlanden bis hin zu 137 Euro in der Schweiz. In Deutschland zahlt ein normaler Bankkunde im Durchschnitt 98 Euro. Bankdienstleistungen in Australien schlagen mit 123 Euro zu Buche, während in China ein Kunde nur mit 29 Euro zur Kasse gebeten wird. Der Durchschnitt über alle untersuchten 19 Länder weltweit hinweg beträgt 78 Euro. Dies ist das Ergebnis des World Retail Banking Reports 2005 der Management- und IT-Beratung Capgemini gemeinsam mit ING Group und der European Financial Management & Marketing Association. Untersucht wurden die Preise für Basisdienstleistungen bei 130 Finanzdienstleistern in 19 Ländern weltweit. Zu den Basisleistungen zählen unter anderem Kontoführung, Zahlungsmittel, Barmittelverwendung sowie Scheck- und Bankkartensperrungen.

Echter Preiswettbewerb nur bei wenigen Dienstleistungen

Innerhalb einzelner Länder unterscheiden sich die zu zahlenden Gebühren zum Teil sehr deutlich. So existieren in Deutschland Preise von 29 Euro für den günstigsten bis hin zu 131 Euro für den teuersten Anbieter. Für einen Kunden ist es dabei nicht leicht, die Kosten insgesamt zu vergleichen: Relativ dicht beieinander im Preis liegen die Banken bei direkt vergleichbaren Leistungen wie Kredit- oder Maestrokarten. Hier ist auch ein deutlicher Wettbewerb festzustellen. Anders hingegen bei Produkten die nicht im direkten Blick des Verbrauchers sind wie Kontoführung oder Zahlungsverkehr. Bei diesen sind die Kunden oftmals nicht über den von ihnen zu zahlenden Preis im Bild und die Gebühren variieren erheblich. „Ein Preiswettbewerb findet nur in direkt sichtbaren Dienstleistungskategorien statt. Die Banken versuchen dort ihre Kunden zu gewinnen. Sie hoffen, dass die Kunden dann später andere Leistungen ohne Preisvergleich beziehen”, so Rainer Wilken, Principal im Bankenbereich von Capgemini Zentraleuropa.

Preise in Europa gleichen sich langsam an

Vor allem in den Ländern, die im letzten World Retail Banking Report am unteren Ende der Preisspanne lagen, sind die Kosten für Bankbasisdienstleistungen teilweise deutlich gestiegen. So müssen spanische Kunden nun rund 16 Prozent mehr als 2004 zahlen. In den Niederlanden stiegen die Preise um etwa zehn Prozent – in erster Linie durch höhere Gebühren für Call Center- und Kreditkartennutzung. In Belgien wiederum sind in erster Linie höhere Kontoführungsgebühren für einen Gesamtanstieg von acht Prozent verantwortlich. Gegenteilig dazu die Entwicklung im Hochpreisland Italien. Seit letztem Jahr wurden dort Gebühren für unter anderem Bareinzahlungen und Geldabhebungen an bankeigenen Automaten gestrichen. „Die Single European Payment Area – SEPA – wird dazu beitragen, dass sich die Preise in Europa in den nächsten Jahren weiter angleichen”, ist sich Rainer Wilken sicher.

Bankdienstleistungen in weiter entwickelten Volkswirtschaften relativ billiger

Betrachtet man das Verhältnis der Kosten für die Basisleistungen zu Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes, so verschiebt sich die Länderreihenfolge. Am relativ meisten müssen Chinesen (3,3 Prozent des BIP/Pro Kopf) gefolgt von Polen (2,1 Prozent) sowie Tschechen und Slowaken (jeweils um 1 Prozent) für ihre Bankbasisleistungen aufwenden. „Das bedeutet, dass das Banking in weniger reifen Märkten noch als Premiumleistung verstanden wird”, so Wilken. In weiter entwickelten Volkswirtschaften beläuft sich das Verhältnis auf Werte unter 0,6 Prozent, mit einem Durchschnitt von 0,4 Prozent. Die Schweiz ist hier dann im Mittelfeld zu finden (0,39 Prozent), ebenso wie Deutschland (0,42 Prozent). Spitzenreiter in beiden Betrachtungen – sowohl absolut als auch relativ - sind die Niederlande (25 Euro; 0,1 Prozent).

Banken setzen auf mehr Gewinn pro Kunde

Um ihre Profitabilität zu steigern, haben die Banken in den weit entwickelten Märkten zuletzt verstärkt auf Kostensenkungsprogramme gesetzt. Für die nächsten drei Jahre geht es ihnen nun darum, mehr Gewinn durch mehr Umsatz zu erzielen; 72 Prozent des Gewinns sollen über höheren Umsatz und nur noch 28 Prozent durch geringere Kosten erreicht werden. Den höheren Umsatz möchten die Banken dabei in erster Linie über eine Ausweitung der bestehende Kundenbeziehungen (65 Prozent) sowie höhere Preise (14 Prozent) erzielen. Neue Kunden sollen lediglich 21 Prozent zum Umsatzwachstum beitragen. „Für die Institute wird es daher darauf ankommen, die Informationen über ihre Kunden systematischer zu erfassen und bestehende Daten besser auszuwerten”, so Rainer Wilken. „Vertriebsschulungen könnten die Betreuungsqualität deutlich verbessern und ‚industrialisierte Bankprozesse’ den nötigen zeitlichen Freiraum für die Kundenberatung schaffen.”


Hinweis: Durch notwendige Anpassungen nationaler Portfolios sind die Werte einiger Länder nicht mit den Werten wie sie im World Retail Banking Report 2004 stehen vergleichbar (so z.B. Deutschland). Für Zeitreihenvergleiche im 2005 Report wurden die betroffenen 2004-Werte neu berechnet.  

Über ING

ING ist ein globaler Finanzdienstleister mit niederländischer Herkunft. Das Unternehmen bietet Bankdienstleistungen, Versicherungen und Asset Management für über 60 Millionen Privat- und Firmenkunden sowie Institutionen in über 50 Ländern an. Mit rund 112.000 Mitarbeitern vereint ING ein breites Spektrum an bekannten Unternehmen, die ihre Kunden unter der gemeinsamen Marke ING bedienen. Für mehr Informationen über die Produkte und Leistungen von ING besuchen Sie bitte www.ing.com

Über EFMA

Die European Financial Management & Marketing Association ist eine Non-Profit Organisation. Ihre Mitglieder bestehen ausschliesslich aus europäischen Bank- und Finanzdienstleistungs-Organisationen. EFMA hat zum Ziel, Innovationen im Banken und Finanzdienstleisterumfeld ausserhalb ökonomischer Zwänge durch Anstossen von Debatten und Diskussionen bekannt zu machen. Durch Informations-Dienstleistungen aber auch durch Zusammenkünfte und Konferenzen fördert EFMA den Dialog unter ihren Mitgliedern und bietet so ein Forum für das Erkennen und Kennen lernen von beispielhaften Lösungen. Für weitere Informationen, besuchen Sie bitte www.efma.com

Über die Capgemini-Gruppe

Capgemini ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie sowie Outsourcing. Das Unternehmen mit europäischem Ursprung berät Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien sowie dem Einsatz neuer Technologien. Capgemini wendet dabei eine neue Form der Zusammenarbeit an: Collaborative Business Experience. Grundlage ist die Verpflichtung von Dienstleister und Kunde zu gemeinsamem Erfolg und das Erreichen messbaren Mehrwerts auf Basis enger Zusammenarbeit. Capgemini beschäftigt derzeit weltweit rund 60.000 Mitarbeiter und erzielte 2004 einen Umsatz von 6,291 Milliarden Euro.

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