Studie
IT-Trends 2006
Für dieses und die nächsten Jahre erwarten die IT-Leiter grosser Unternehmen im Vergleich zu 2005 mehrheitlich steigende, zumindest aber gleich bleibende Budgets.
IT-Trends 2006: CRM wieder im Kommen, IT-Infrastruktur verliert an Bedeutung, Budgets steigen leicht
Zürich, 20. Februar 2006
Weiter abnehmende Fertigungstiefe in der hauseigenen IT
In Sachen IT-Budgets weicht in Deutschland die Skepsis einer leicht positiven Stimmung. Für dieses und die nächsten Jahre erwarten die IT-Leiter grosser Unternehmen im Vergleich zu 2005 mehrheitlich steigende, zumindest aber gleich bleibende Budgets (2006: mehr = 35 Prozent, gleich = 32 Prozent, weniger = 21 Prozent; 2008: mehr = 36 Prozent, gleich = 22 Prozent, weniger = 22 Prozent). Bei den wichtigsten Themen steht wie in den vergangenen Jahren die Sicherheit an erster Stelle. Platz zwei nimmt das Thema Enterprise Resource Planning (ERP)/Harmonisierung der IT-Systeme ein (Vorjahr ebenfalls Platz zwei). Aufsteiger von Platz fünf auf nun Platz drei ist das Kundenbeziehungsmanagement (Customer Relationship Management, CRM) und die entsprechende Unterstützung durch IT-Systeme. An vierter und fünfter Stelle stehen die Themen Business Intelligence und Portale, während IT-Infrastruktur gegenüber dem Vorjahr drei Plätze nach hinten auf nunmehr Position sechs durchgereicht wird. An der Umfrage nahmen IT-Verantwortliche aus 98 deutschen Unternehmen mit einem Umsatz von grösstenteils mehr als 500 Millionen Euro teil.
Weniger Geld für IT-Infrastruktur
„Es wird wieder gezielt investiert. Zwar ist das Thema Sparen noch nicht vom Tisch, aber Kostensenkungen werden differenzierter betrachtet als im Vorjahr. IT darf wieder etwas kosten – vorausgesetzt sie schafft Mehrwert“, erläutert Martin Bettels, Direktor Allianzen & Innovation bei Capgemini. Für die IT-Infrastruktur scheint dieses Kriterium nicht zuzutreffen. Rund die Hälfte der Befragten (Vorjahr 39 Prozent) hat die Infrastruktur als ersten Ansatzpunkt für Einsparungen identifiziert. Es folgen Applikationen und Personal mit jeweils rund einem Drittel Nennungen (Vorjahr 24 bzw. 29 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigen die prognostizierten Budgetveränderungen über die nächsten fünf Jahre. Deutlich mehr Unternehmen gehen von sinken Budgets für IT-Infrastruktur aus als von steigenden. Bei allen anderen IT-Segmenten, angefangen von der Sicherheit über Portale, Mobility/Wireless, CRM, Business Intelligence bis hin zu ERP und auch Enterprise Application Integration (EAI), ist die Situation umgekehrt: Deutlich mehr Unternehmen glauben an steigende Budgets als an sinkende. Wobei für Mobillösungen, Business Intelligence und besonders EAI ein hoher Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der Budgetentwicklung ausgedrückt in einem Anteil „weiss nicht/keine Angabe“-Antworten zwischen 20 und 26 Prozent herrscht.
Industrialisierung der IT nimmt zu
In der Automobilindustrie ist es durchaus üblich, nur noch einen Eigenfertigungsanteil von 30 bis 40 Prozent zu haben. Die Autokonzerne stellen stattdessen verstärkt Plattformen zur Verfügung und kümmern sich um Design und Markenpflege. Die IT-Leiter wurden gefragt, ob ihre Abteilung in Zukunft eine ähnliche Rolle einnehmen wird: 17 Prozent stimmten voll und ganz zu, 53 Prozent stimmten zu und lediglich sieben bzw. zwei Prozent konnten sich das weniger oder überhaupt nicht vorstellen. Bereits heute ist ein solcher Prozess im Bereich der Softwareentwicklung schon recht weit fortgeschritten. Nur knapp 36 Prozent der Programme entstehen im eigenen Haus – mit weiter abnehmender Tendenz (in zwei Jahren 30 Prozent, in fünf Jahren 27 Prozent). Anders die Situation bei kontinuierlich zu erbringenden Leistungen aus dem Komplex der Infrastruktur und der Applikationen. Die Fertigungstiefe liegt dort heute bei etwa je 60 Prozent und wird in fünf Jahren auf 45 Prozent bei der Infrastruktur und 51 Prozent bei den Applikationen sinken. „Die logische Fortsetzung ist die Auslagerung kompletter Prozesse an externe Dienstleister. Service-orientierte Architekturen und Webservices werden dem Prozess auf jeden Fall Vorschub leisten“, so Martin Bettels.
Über die Capgemini-Gruppe
Capgemini ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Management- und IT-Beratung, Technologie sowie Outsourcing. Das Unternehmen mit europäischem Ursprung berät Kunden bei der Entwicklung und Umsetzung von Wachstumsstrategien sowie dem Einsatz neuer Technologien. Capgemini wendet dabei eine neue Form der Zusammenarbeit an: Collaborative Business Experience. Grundlage ist die Verpflichtung von Dienstleister und Kunde zu gemeinsamem Erfolg und das Erreichen messbaren Mehrwerts auf Basis enger Zusammenarbeit. Capgemini beschäftigt derzeit weltweit rund 60.000 Mitarbeiter und erzielte 2004 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro.
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