Schweiz bleibt unter dem EU-Durchschnitt

Tom Gensicke
Studie
EU eGovernment Report 2007
This report presents the 7th annual measurement of the progress of online public service delivery across Europe.
Zürich, 1. Oktober 2007
Die grundlegenden Dienstleistungsangebote von Behörden sind immer besser über das Internet zugänglich. Im Schnitt wird in der Europäischen Union mit nun 76 Prozent Online-Umsetzungsgrad die Transaktionsstufe erreicht, d.h. viele Leistungen können online abgewickelt werden. Vollständig online verfügbar sind mit 58 Prozent etwas mehr als die Hälfte aller untersuchten Behördenangebote. Das zeigt die siebte Studie der Unternehmensberatung Capgemini im Auftrag der Europäischen Kommission zum Stand der Online-Verfügbarkeit von Behördenangeboten. Einbezogen sind 20 von der Kommission festgelegte grundlegende Service-Angebote für Bürger und Unternehmen in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in Island, Norwegen, der Schweiz und der Türkei. „Die wirtschaftlich starken Staaten befinden sich bis auf wenige Ausnahmen im vorderen Teil der Ergebnisliste. Einige der neuen Länder haben zwar mit zentralen Strukturen schnelle Erfolge im eGovernment erzielen können, die überwiegende Mehrheit von ihnen jedoch stagniert seit einigen Jahren. Sie dürfen den Anschluss nicht verlieren“, so Tom Gensicke Leiter Public Services bei Capgemini Consulting.
Schweiz verbessert, aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt
Die Schweiz verbessert sich im Gleichklang mit dem EU-Durchschnitt, was die Entwicklung
bei den vollständig online-fähigen Services angeht (jeweils plus 10 Prozentpunkte).
Doch leider erfolgt dies in der Schweiz von einem sehr niedrigen Niveau aus, das
nun 21 Prozent erreicht. Damit rangiert das Land weiterhin am unteren Ende der
Rangliste aller betrachteten 27+4 Länder. Beim Gesamtgrad der Online-Verfügbarkeit
wird ein Wert von 60 Prozent erreicht, der damit ebenfalls unter dem EU-Durchschnitt
von 75 Prozent liegt. Gute Noten erhielt in der Untersuchung das nationale Portal
www.ch.ch, über das nahezu alle öffentlichen Dienste erreichbar sind. „Seit diesem Jahr
wird eGovernment auch in der Schweiz mit verstärktem Engagement verfolgt. Mit
der kürzlich von Bund und Kantonen erarbeiteten ‚Rahmenvereinbarung über die E-Government-Zusammenarbeit
in der Schweiz’ ist eine gute Grundlage gelegt. Die Ergebnisse werden wir sicher
in den nächsten Jahre sehen“, so Tom Gensicke.
Österreich bleibt Europameister/Leistungen für Unternehmen besser ausgebaut als
Bürgerdienste
Österreich konnte 2007 seine Spitzenposition aus dem Vorjahr verteidigen. Als
erstes und einziges Land sind alle untersuchten 20 Dienstleistungen vollständig
online verfügbar. Auch der Online-Umsetzungsgrad liegt mit 99 Prozent nahe am
Optimum. „Dies ist umso bemerkenswerter, als dass sich die Behörden in der Regel
mit dem Leistungsangebot für Bürger schwerer tun als mit dem für Unternehmen“,
so Gensicke. Europaweit weist auch in diesem Jahr der Ausbaustand zwischen den
Leistungen für Bürger und Unternehmen eine grosse Lücke auf (70 Prozent/84 Prozent).
Ähnlich das Bild beim Indikator „vollständig online-verfügbar“, wenn auch auf
insgesamt niedrigerem Niveau. Tom Gensicke schlussfolgert: „Zu Beginn unserer
Studienreihe im Jahr 2001 konnte man verstehen, dass die Behörden zunächst die
Angebote für Unternehmen ausgebaut haben. Das ging schneller und liess sich einfacher
refinanzieren. Doch nun muss die Lücke zwischen den Angeboten geschlossen werden.
Government 2.0 darf die Bürger nicht ausschliessen. Wie man es machen kann, zeigt
Österreich.“
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