Cars Online Studie 2017: Carsharing & Co. sind mehr Chance als Gefahr für die Autobranche

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  • Autonomes Fahren: Verbraucher vertrauen stärker auf Autohersteller als auf Technologieunternehmen
  • Cybersecurity und Autonomes Fahren beeinflussen Kaufprozess
  • Datenschutzbedenken weichen Servicebegeisterung
 

Zürich, 17. Mai 2017 – Jeder Dritte (34 Prozent) sieht Mobility-Dienste wie Carsharing, Taxi oder Fahrgemeinschaften als vollwertige Alternative zum eigenen Auto. Die Branche reagiert: Obwohl die Absatzzahlen für Neufahrzeuge weltweit weiter steigen[1], wechseln führende Hersteller ihre Strategien. Mit Investitionen in neue Produkte, Firmenzukäufe und Partnerschaften versuchen viele OEMs (Original Equipment Manufacturer) sich ihren Platz im Markt der Mobilität zu sichern. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die 17. Ausgabe der internationalen Cars Online Studie von Capgemini, für die über 8.000 Verbraucher in acht verschiedenen Ländern[2] zu ihrem Verhalten beim Autokauf befragt wurden.

Der neue Report der Cars Online Studie „Beyond the Car“ beobachtet ein rasantes Wachstum von Carsharing und Co., lässt die OEMs aber auch viel hoffen: Denn gut jeder Zweite (56 Prozent) betrachtet die Mobilitätsangebote wie Uber, BlablaCar und DriveNow als komplementär zum eigenen Auto. Noch weiter verbreitet ist diese Wahrnehmung bei jüngeren Altersgruppen (64 Prozent bei den 18-34-Jährigen) und in aufstrebenden Märkten wie China (77 Prozent) und Indien (63 Prozent). Den Investitionen etablierter Marken in diesen Markt verleiht die Befragung eine valide Basis: Zwei Drittel der befragten Verbraucher (66 Prozent) geben an, sich zum Beispiel bei der Wahl des Carsharing-Dienstes an renommierten Marken zu orientieren und sich beim Fahrzeugkauf wiederum von deren Mobilitätsangeboten beeinflussen zu lassen.

Henrik Ljungström, Leiter Automotive bei Capgemini in Deutschland: „Der globale Autohandel erlebt gerade goldene Zeiten. Aber so wird es nicht für immer bleiben. Die Hersteller wissen, dass sie jetzt auf die Mobilitätsbedürfnisse der Verbraucher reagieren müssen, um weiter zu wachsen. Mit einer guten Position beim Carsharing und im weiter gefassten Mobility-Markt können Autohersteller einerseits neue Einnahmequellen erschließen, andererseits ihre Beziehung zu Verbrauchern stärken. Diese Bindung wird letztlich über die Wahl eines Mobilitätsmodells entscheiden.“

Weitere Ergebnisse des Reports zeigen ein zunehmendes Technologiebewusstsein und -wissen der Verbraucher und einen Einfluss derselben auf ihr Kaufverhalten:

  • Verbraucher vertrauen beim Autonomen Fahren mehr auf OEMs als auf IT-Firmen. Zwar sind es Tech-Unternehmen, die öffentlich große Testläufe für autonome Fahrzeuge starten, die klassischen OEMs geniessen mit 51 Prozent jedoch mehr Vertrauen für die tatsächliche Fertigung eines solchen Fahrzeugs. Den Software-Firmen trauen dies nur 28 Prozent zu.
  • Ausstattung für Autonomes Fahren (AF) bleibt wichtiges Verkaufsargument für Verbraucher. AF-Funktionalitäten werden nun standardmässig in den gängigen Fahrzeugmodellen verbaut und sind Gegenstand regelmässiger Testverfahren. 81 Prozent der Verbraucher sind bereit, für AF-Funktionen einen Aufpreis zu bezahlen.
  • Cybersecurity manifestiert sich als Einflussfaktor im Entscheidungsprozess. Im Jahr 2015 war noch ein Drittel der Befragten um die IT-Sicherheit im Auto besorgt. Eine Reihe an hochprofessionellen Hackerangriffen hat die Bedenken verschärft. Nun erklären mehr als zwei Drittel (68 Prozent) den Cyberschutz eines Fahrzeugs zu einem kaufentscheidenden Kriterium.
  • Verbraucherinteresse in den Autokauf bei Technologieunternehmen steigt, trotz mangelnder Erfahrungsgrundlage. Gerüchte über eine baldige Produkteinführung seit der letzten Cars Online Befragung zeigen Wirkung: 57 Prozent würden das Fahrzeug eines Technologiekonzerns kaufen, bei der letzten Befragung Mitte 2015 waren es noch 49 Prozent.
  • Datenschutzbedenken sinken, Begeisterung für Connected-Car-Funktionen steigt. Mit der zunehmenden Nutzung personalisierter Serviceangebote scheinen sich die Meinungen der Verbraucher zur Datensammlung zu wandeln. Die grosse Mehrheit würde Fahrzeug- (89 Prozent) und Fahrerdaten (76 Prozent) teilen, während das Fahrzeug verbunden ist. Das sind 9 Prozentpunkte mehr als noch 2015 (80 Prozent).
  • Nachfrage nach digitalen Showrooms setzt klassische Verkaufskonzepte unter Druck. Der kontinuierliche technologische Fortschritt und erste virtuelle Showrooms der grossen Hersteller wecken bei Verbrauchern Begehrlichkeiten nach neuen Informationswegen im Kaufprozess. Darunter fallen die Fahrzeugpräsentation via Virtual Reality (62 Prozent), Livechats (43 Prozent) und Videoblogs anderer Kunden (36 Prozent).

Eine Kopie des Reports sowie weitere Informationen finden Sie hier.

Über die Cars Online Studie

In der Cars Online Studie untersucht Capgemini in regelmässigen Abständen das Verhalten von Kunden sowie ihre Erwartungen über den gesamten Zyklus eines Autokaufs hinweg. Sie erfasst dabei die Sicht der Kunden auf verschiedene Innovationsfelder, wie vernetztes Fahrzeug, autonomes Fahren oder alternative Mobilitätsdienste. Für die 17. Ausgabe der Studie wurden 8.101 Verbraucher weltweit befragt. Alle Teilnehmer befanden sich zum Zeitpunkt der Erhebung im Kaufprozess eines Fahrzeugs. Durchgeführt wurde die Studie im Januar 2017 in den Ländern Brasilien, China, USA, Deutschland, Italien, Frankreich und Grossbritannien.