Europäische Regierungen geben Wunsch der Bürger nach mehr Digitalisierung der Verwaltung vorsichtig nach

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eGovernment Benchmark Report der EU-Kommission: Deutschland leicht über EU-Durchschnitt

Zürich, 3. Oktober 2016 – Europas öffentlicher Sektor muss den Ausbau seiner Online-Dienstleistungen spürbar beschleunigen, um die Erwartungen der Bürger und Unternehmen an digitale Verwaltungsdienste zu erfüllen. Der dreizehnte eGovernment Benchmark Report offenbart eine „digitale Diagonale“, eine Reihe von Ländern vom Süd-Westen in den Nord-Osten Europas, die hierbei über dem europäischen Durchschnitt liegen. „Die digitale Diagonale weist Länder aus, die bei ihrem Ausbau von eGovernment-Angeboten kontinuierlich Fortschritte machen. In einem grenzüberschreitenden digitalen Markt dürfen einzelne Länder nicht abgehängt, sondern müssen beflügelt von Geschwindigkeit und vor allem Qualität anderer europäischer E-Government-Infrastrukturen werden“, sagt Niels van der Linden, Project Manager eGovernment Benchmark bei Capgemini, einem der Mitautoren der Studie für die Europäische Kommission.

Aufschließen statt abhängen: Digitale Diagonale läuft durch Europa

Seit 2001 untersucht die Europäische Kommission, wie öffentliche Dienste in Europa "doppelt so gut, in der Hälfte der Zeit, für die Hälfte der Kosten" transformiert werden können. Der Gesamtdurchschnitt des aktuellen Benchmarks von 34 teilnehmenden Ländern zeigt eine vorsichtige Beschleunigung in der Umsetzung von eGovernment-Angeboten. Der Benchmark bewertet vier aus der digitalen Agenda der EU abgeleitete Indikatoren: wie verfügbar und nutzerfreundlich öffentliche eServices sind (Nutzerzentriertheit), wie sich Servicevorgänge gestalten (Schlüsseltechnologien), wie die Kontrolle der Nutzer über ihre persönlichen Daten aussieht (Transparenz) und wie verfüg- und nutzbar grenzüberschreitende Services für Bürger und Unternehmen sind (grenzüberschreitende Mobilität). Im Zeitverlauf haben sich Werte in allen bisherigen Benchmarks positiv entwickelt. Und doch wird die Schere zwischen der digitalen Diagonale, also den Wegbereitern der digitalen Verwaltung mit Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen, Deutschland, Österreich, der Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, und den restlichen europäischen Ländern größer.

Fortschritte bei elektronischer Steuererklärung und Authentifizierung

Die vier zentralen Indikatoren werden jährlich wechselnd anhand von insgesamt sieben konkreten Lebenslagen für Unternehmen und Bürger untersucht, die eine Interaktion mit öffentlichen Stellen notwendig machen. Aktuell analysiert wurden regelmäßige Verwaltungstransaktionen von Unternehmen, Nutzung eines Kfz, Umzug sowie Verfahren zur Erhebung geringfügiger Forderungen. Die Studie zeigt, dass sich Online-Dienstleistung im Steuerbereich und die elektronische ID europaweit am schnellsten entwickeln. Die hier weitestgehend sehr gut umgesetzten Serviceangebote umfassen unter anderem eGovernment-Angebote zur Körperschaftssteuer, Mehrwertsteuererstattung und Bußgeldverfahren.

Europäische digitale Regierungsservices haben sich in den letzten Jahren stetig entwickelt, allerdings eher evolutionär als revolutionär. Zahlreiche nationale eGovernmentstrategien zielen darauf ab, mit dem technologischen Fortschritt Schritt zu halten. Wollen wir einen grenzfreien digitalen Binnenmarkt innerhalb der EU erreichen, müssen Behörden sich fragen, ob sie die richtige Strategie verfolgen, die richtigen Technologien einsetzen und die über notwendigen Kompetenzen zur Umsetzung verfügen, um die digitale Transformation erfolgreich mit zu gestalten,“ so Niels van der Linden.

Informationen zur Studie und den vollständigen Report finden Sie hier: https://www.ch.capgemini.com/egov-benchmark

Informationen zur digitalen Agenda der EU: https://ec.europa.eu/digital-agenda/