World Wealth Report 2016: Vermögensverwalter müssen ihren digitalen Reifegrad verbessern

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Vermögensmanager wie auch Kunden verlangen nach digitalen Werkzeugen – aber Implementierung wie auch Zufriedenheit hinken hinterher

Zürich, 23. Juni 2016 – Der langfristige Erfolg von Vermögensverwaltern wird zu Teilen von deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit oder Partnerschaft mit FinTechs[1] abhängen. Ebenso müssen sie ihren digitalen Reifegrad[2] verbessern. Das zeigen die Ergebnisse des 20. World Wealth Reports (WWR) von Capgemini. Vermögensverwaltern reissen die Messlatte, wenn es um ihre Digitalisierung geht und riskieren damit den Verlust von Kunden, eigenen Mitarbeitern sowie nicht zuletzt ihren Gewinn. Bis zu 56 Prozent des Nettogewinns könnte bedroht sein, wenn Kunden ihren Verwalter aufgrund dessen mangelnder digitaler Fähigkeiten verlassen. Der Report stellt darüber hinaus fest, dass mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Vermögensmanager mit den digitalen Fähigkeiten ihres Arbeitgebers nicht vollständig zufrieden sind. 39 Prozent ziehen sogar einen Wechsel in Erwägung.

„Vermögensverwalter wie auch die -Manager stehen einer Reihe von konvergenten Marktentwicklungen gegenüber, wozu insbesondere der zunehmende Wettbewerb durch FinTechs zählt. Die Unternehmen müssen jetzt auf allen Ebenen digitaler werden, um weiterhin ein relevanter Anbieter für ihre Kunden zu bleiben. Denn die Lockrufe der technologiegetriebenen neuen Wettbewerber sind allenthalben zu hören“, sagt Tobias Wolf, Leiter Banking Schweiz bei Capgemini Consulting. „Die Ergebnisse des aktuellen World Wealth Reports bestätigen die Notwendigkeit für die Vermögensverwalter, hier tätig zu werden – und das gilt im Hinblick auf die Erwartungen sowohl der Kunden als auch der eigenen Mitarbeiter. Nichts als ein hoher digitaler Reifegrad ist adäquat im Angesicht des Wettbewerbs durch ‚digital-geborene‘ Anbieter.“

Eingeschränkte digitale Reife trotz steigender Nachfrage durch HNWI und Bedrohung durch FinTechs

Mit weiter steigender Nachfrage der HNWI[3] nach digitalen Services in Bereichen, in denen FinTechs stark sind, wie automatisierten Beratungsplattformen, offenen Investment Zirkeln und anderen Drittparteienlösungen, können sich die Vermögensverwalter ein Zurückfallen in keinem Bereich ihrer Digitalstrategie erlauben. Alleine im letzten Jahr, so der Report, schoss die Nachfrage der HNWI nach automatisierten Beratungsleistungen um nahezu 20 Prozentpunkte nach oben: von 49 Prozent 2015 auf 67 Prozent 2016. Darüber hinaus sagen 47 Prozent der Wealth Management-Klientel, dass sie mindestens einmal pro Woche auf sogenannten Peer-to-peer Plattformen selbst nach Anlagetipps Ausschau hielten.

Die Korrelation zwischen digitalem Reifegrad und Anlage-Akquisition und -Bewahrung bewegt sich in den kommenden Jahren – so die Erwartung – nur in eine Richtung: steigend. 73 Prozent der HNWI berichten, dass der digitale Reifegrad einen sehr oder zumindest einigermassen starken Einfluss auf die vermehrte Geldanlage innerhalb der nächsten zwei Jahre bei ihrem Vermögensverwalter hat. Der Anteil steigt auf 86 Prozent, wenn man das Anlegersegment mit einem Alter unter 40 Jahre betrachtet.

Die Nachfrage nach digitalen Werkzeugen ist hoch, aber die Zufriedenheit damit unter den Vermögensmanagern niedrig

Die Vermögensmanager haben sich ihren Kunden in der Forderung nach digitalen Werkzeugen mit mehr Funktionalitäten angeschlossen. Das trifft auf alle Regionen und alle Altersstufen zu, mit einem Wert von insgesamt 81 Prozent. Während aber die Vermögensmanager diesen Bedarf an Digitalität aufzeigen, haben die meisten Firmen diese Nachfrage nicht erfüllt. Weniger als die Hälfte der Manager sind mit den Fähigkeiten ihres Unternehmens nicht zufrieden. Und das obwohl sie digitale Werkzeuge als wertvoll für eine ganze Reihe von Arbeitsschritten ansehen: so beispielsweise die verstärkte Zusammenarbeit mit ihren Kunden (82 Prozent), die verbesserte Nutzung von Kundendaten bei der Identifikation von Wachstumschancen (82 Prozent) und sogar in der Zeitersparnis durch weniger Papierarbeit (82 Prozent).

Insbesondere im Bereich Social Media und bei mobilen Anwendungen besteht Handlungsbedarf. Vermögensmanager allen Alters sagen, dass die Suche nach Neukunden über die sozialen Netze eine wichtige digitale Fähigkeit darstelle (60 Prozent), dies aber gleichermassen der Bereich sei, mit dem sie am wenigsten zufrieden seien.

Vermögensverwalter müssen digital führend werden, um Erfolg zu haben

Mit dem Ausbau ihrer Rolle hängt der langfristige Erfolg der Vermögensverwalter damit zusammen, dass sie die Vermögensmanager in den Mittelpunkt ihrer digitalen Veränderung stellen. Hinzu kommt der Wille, die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit FinTechs zu suchen. Engagierte Vermögensmanager sind wichtig, da mehr als drei Viertel (79 Prozent) von ihnen sagen, sie würden gerne neue digitale Werkzeuge ausprobieren. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) hat schon intern für eine verbesserte digitale Ausstattung geworben. Einige der weltgrössten Unternehmen sondieren derzeit Beschleunigerprogramme, mit denen interessierte Start-ups für die Zusammenarbeit gewonnen werden sollen. Andere Anbieter beteiligen sich an FinTechs oder kaufen sie, um so einen Schnellstart in Sachen Digitalisierung hinzulegen – insbesondere in den Bereichen der automatisierten Beratung sowie Anlage Management.

Der World Wealth Report von Capgemini gilt innerhalb der Branche als führender Benchmark um High Net Worth Individuals (HNWIs), deren Reichtum sowie die globalen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, welche den Wandel in der Vermögensverwaltungsbranche vorantreiben, zu erfassen. Die in diesem Jahr erscheinende 20. Ausgabe enthält Erkenntnisse aus den wichtigsten zur Verfügung stehenden Primäruntersuchungen zu Sichtweisen und Verhalten der globalen HNWIs. Mit den Antworten von mehr als 5.200 befragten HNWIs aus 23 Ländern untersucht der Report deren Zuversichtlichkeit, Entscheidungen zur Vermögensallokation, Perspektiven zum vorantreiben sozialer Projekte sowie deren Vorlieben bei der Vermögensberatung und dem Bezug von Dienstleistungen. Capgeminis Anfang 2016 durchgeführtes Wealth Management Survey befragte zudem mehr als 800 Vermögensmanager in 15 wichtigen Vermögensmärkten, um die sich verändernde Rolle von Vermögensmanagern zu untersuchen.

Weitere Informationen unter http://www.worldwealthreport.com